Es war Liebe auf den letzten Blick. Beinahe hätte ich nicht gesehen, wer sich da so unbeholfen um mich herum bewegte. Es war nur die eine halbe Sekunde, in der ich meine Augen zu ihm wandern ließ. Romeo. Als Grenadier Guard war das eine große Überwindung. Ich wusste, wenn ich dieses tolle Wesen anschaue, werde ich auch lächeln.

Etwas klackerte. „HA-klack-LLO-klack!“

Ich bin glücklich in meinem Regenhäuschen. Die Bewegungsstille. Irgendwie finde ich da immer zu mir. Allerdings ist so viel Ruhe in dieser Arbeit, dass ich manchmal gar nicht schaffe, das nach der Arbeit auszugleichen, so aktiv zu sein, dass es meine Unruhe wieder provoziert.

„I-klack-CH BI-klack-N RO-klack-MEO. RO-klack-MEO TOU-klack-RETTE-klack.“

Romeo hat Tourette. Er kommt aus einer Familie von Nussknackern, deren Geschichte durch diese Störung so geprägt ist, dass sie sie im Namen trägt. Ich liebe ihn für seine tics. Die machen mich rasend. Ich liebe Romeo, ich brauche Romeo, er provoziert mich mit dem ganzen Raum, den er so hölzern einnimmt, er bewegt sich schlagartig, wirft ständig ungeschickt Sachen um.

Es klingt immer wie der Titel eines Theaterstücks, wenn unsere Namen nebeneinander auf einer Gästeliste stehen. Heute beim Hoffest am Buckingham Palace: Julian Juliet und Romeo Tourette.

„RU-klack-F MI-klack-CH AN-klack.“ stotterte er zusammen und steckte mir einen Zettel an den Gürtel. Dann ging er in steifem Schritt davon. Knackig ist er schon, dachte ich. Ich lag goldrichtig.

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