Paul war der Leiter einer Klinik für cholerisch-aggressive Tiere. Hallo, ich bin Paul Wiest, stellte er sich mir vor, ich betreue Elefanten, die mit Gewehren jonglieren, Schildkröten, die Touristen in die Hacken beißen und Vögel, die scharfe Gegenstände auf Fußgänger fallen lassen. Nachdem Sie hier rauskommen, sind Sie bereit für den Streichelzoo. Später fand ich heraus, dass diese Patienten längst nicht mehr in der Klinik stationiert waren. Als ich Paul zwei Jahre nach meiner Entlassung besuchte, stellte er sich Besuchern immer noch so vor. Er hatte den Satz nie geändert.

Die Klinik war öffentlich zugänglich. Wenn Menschen durch die Besucherhallen an den langen, hohen Glasscheiben vorbeigingen um uns, „die Tiere“, mit Angst und Neugier zu betrachten, machten sie immer ganz seltsame Gesichter. Die Scheiben waren sehr dreckig, denn wir spuckten, schlugen oder brüllten in ihre Visagen. Der Alltag in der Klinik war der Alltag jeder anderen Klinik auch.

Ihr seid Tiere, und ihr sollt es bleiben. Wild, stark. Scheu. Paul war mir von Anfang an sympathisch. Er hatte es nicht darauf angelegt, uns in Haustiere oder gar Menschen zu verwandeln. Ihm ging es darum, Aggression auf andere Bereiche unserer Leben zu konzentrieren. Energien bündeln und umlenken. nannte er das. Paul war echt ein klasse Typ.