Du dummes Arschloch hast mich verlassen.“ stand auf dem lehmigen Kübel, in dem eine Zitrone mittig in feuchter Erde halb schimmelte, halb Äste trieb.

„Wissen Sie,“ sagte sie. „Jeden Abend sehe ich wie bei bei Ihnen noch das Licht an ist und Sie lesen. Dann denke ich, wenn jetzt jemand in diesen Hinterhof kommen würde und meine Pflanze sehen würde, dann denkt diese Person sicher, wie schön, dass jemand einen so tollen Zitronenkübel hier pflanzt. Was muss dem armen Menschen passiert sein, der so verletzt worden ist. Das ist sicher eine ganz nette Person, die jeden Morgen aufsteht, um den Kübel noch im Morgentau zu wässern. Sie, als alte Frau, können nur dasitzen und Ihre platten, romantischen Bücher lesen, weil Sie die Romantik vermissen, weil dieser Mann nicht zur Romantik fähig ist und Sie deshalb nachts allein und verbittert Pilcher lesen in dem Versuch, dieses Loch aufzufüllen, was dieser Mann erschafft, aber ich, ich habe dieser Person im Hinterhof eine Freude gemacht und diesem dummen Mann ein Denkmal gesetzt, dass er nicht zerstören kann, ich habe etwas geschaffen, dass allen Menschen eine Freude ist, das für Hoffnung steht, und Zuversicht, und er muss es jeden Tag sehen.“

Ihre Nachbarin hielt sich den Bauch. Sie begann rot anzulaufen und vor lauter Anspannung Grimassen zu schneiden. Noch während ihr Gegenüber ihre selbstverliebte Tirade beendete, prustete sie schließlich in schallendes Gelächter los. „Wissen Sie, ich lese schon lange nicht mehr. Ich sitze jeden Abend am Fenster und betrachte Ihren mickrigen Zitronentopf. Ich denke daran, wie Sie sich davon versuchen zu überzeugen, dass es nach all dieser langen Zeit die Idee meines Mannes gewesen sei, sich von Ihnen zu trennen. Wie Sie das in jede Fuge dieses hässlichen Potts gravierten. Wie Sie eines Tages, die dumme Zugezogene, verdrängt haben werden, dass Sie es waren, die meinen Mann hinterging und dann aus dem Haus warf. Dass Sie jetzt nichts mehr haben, außer einem mickrigen, traurigen Zitronenbaum in einem viel zu großen, hässlichen Lehmpott in einem Hinterhof, der Sie immer daran erinnern wird, zu bereuen, was für eine Person Sie sind. Den Sie sich mit einem Ex, dem Sie hinterhertrauern, und seiner dummen, alten Frau, teilen müssen, wie Sie jeden Tag an diesem vorbeigehen müssen und so wie jeder andere auch sehen müssen, wie mickrig er ist, wie mickrig Sie sind, denn wer braucht schon eine Pflanze um jedem mitzuteilen „Seht her, ich bin ein Opfer. Ich wünschte ich säße mit meinem Mann im Zimmer und läse Pilcher, doch ich sitze im Dunklen, starre mürrisch in den Hinterhof und hoffe, dass die einzige Pflanze, die ich besitze, am Leben bleibt.“

„Du dummes Arschloch hast mich verlassen.“ stand auf dem lehmigen Kübel, in dem eine Zitrone mittig in feuchter Erde halb schimmelte, halb Äste trieb.