Gestern war es ziemlich heiss. Um der Hitze zu entkommen ging ich in den schattigen Wald und betrachtete die Pilze. Es waren nicht sonderlich viele, es hatte viel geregnet diesen Sommer, doch ein paar waren da. Eigentlich gab es hier nie viele. Die Pilze waren blau und ganz glatt. Irgendwie erinnerten sie mich immer an meinen Vater. Blaue Augen und Glatze. Ich weiß gar nicht, ob er jemals Haare gehabt hatte, seit ich Kind war jedenfalls nicht. Aber vielleicht war es auch nur sein Auto, das war auch blau und glatt.

In dem Wagen sind wir immer die Autobahn hochgefahren, bis wir in die Berge kamen. Dann blieben wir auf dem Standstreifen stehen, stellten das Unfalldreieck auf und betrachteten den Sonnenuntergang und die Autos, wie sie in ihn hineinfuhren. Ich stellte mir immer vor, wie sie mit der Sonne verschmolzen, wenn sie am Horizont des nächsten Autobahnhügels verschwanden. Ich weiß nicht, wie, aber irgendwie fand er immer einen Ort zum Abstellen, an dem wir für eine ganze Weile ungestört waren.

Da standen sie also, meine Väter im Moos. Ich riss einen aus. Er roch nach Seifenlauge, ein bisschen zu stark, aber auf eine Art doch angenehm. Ich biss rein. Der Pilz schmeckte wie eine Mischung aus Chicoree und Kaffee.

Drei Stunden später war der Trip vorbei. Ich dachte an meinen Vater und die Sonnenuntergänge. Ich ging nach Hause und stieg in mein Auto. Es war blau und glatt.

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04/13/2018