Kapitän Rick lädt ein zur Traumreise

Am 24. März 2026 durfte ich modern – äh, moderieren – an Bord des „Traumschiffs“ im Hafen der Lettrétage. Kleiner Bericht über einen lustigen Abend in bester Runde.

Groß die Illustration, groß die Freude: Meine Zeichnung prangt als Eventbanner über der Veranstaltung. Alle Fotos in diesem Blogbeitrag © Daniel Klaus

Im Grunde war das eine WG-Party: Leute, die du schon ewig kennst, aber nicht oft triffst, kommen vorbei und prosten dir zu, während du fragwürdige Dinge von dir gibst. Alle sind ein bisschen neugierig, ob es spannende Neuigkeiten gibt und falls ein Abendprogramm angekündigt wurde, dient es eigentlich nur dazu, davon abzuweichen.

So ließe sich wohl auch diese Ausgabe des Traumschiffs beschreiben, die diesmal ich moderieren durfte. Auch wenn das Veranstaltungsbanner der Lettrétage etwas anderes behauptete. Aber da drauf hat außer dem Titel ohnehin fast nix gestimmt: Daniel Klaus und Klaus Esterluß wurden zu Daniel Klaus Esterluss verschmolzen; Maik, der diesmal nur Publikumsgast und Weintrinker sein sollte, zum Moderieren verdonnert und ich als dritter Autor aufgeführt. Anders als beim letzten Mal habe ich aber diesmal nur aus Adornos Traumtagebuch zitiert und ansonsten das Vorlesen lieber den drei Gästen überlassen. Neben Daniel und Klaus hat uns Christian Lange-Hausstein mit in seine Traumwelt genommen. Maik durfte seinen Wein genießen.

Erneut erwiesen sich Texte von, vom und übers Träumen als Quell kuriosester Ideen, Wendungen und Erlebnisse. Klaus verschlug es ohne nennenswerten Bezug immer wieder nach Hamburg, Daniel reiste in den 90ern träumerisch nach Indien und Christian führte uns Schritt für Schritt durch die Rück-Entzifferung seiner Traumnotizen.

Die Überraschung, manche*r möge gar sagen — Schock — des Abends ergab sich aber zweifelsohne während des Traumpodiums im Ausklang der Lesung. Daniels Erzählung darüber, dass er in schwarz-weiss träumt (!) und im Erinnerungsprozess dann nachkoloriert, entfachte ein ganzes Fragefeuerwerk beim Publikum. Damit bestätigt sich, was sich bereits bei der ersten Ausgabe des Traumschiffs abzeichnete: Wir reden zu wenig über unsere Träume.

Dabei macht es, so auch diesmal, so viel Spaß! Umso mehr freue ich mich auf die nächste Ausgabe des Traumschiffs, die am 28. Mai 2026 stattfindet. Da werde ich dann — egal, was das Veranstaltungsbanner prognostiziert — einfach nur im Publikum sitzen und zuhören. Von Klaus und Daniel gibt’s schon früher eine Veranstaltung: Alle Infos zur nächsten Ausgabe ihrer Lesereihe Für Immer Bärbel am 27. April 2026 gibt’s auf Insta.

Mein absolutes Lieblingsfoto des Abends fängt sehr gut die vertraute Stimmung ein, die den ganzen Abend Wohnzimmer-Gefühle ins Herz pumpte.

Das Traumschiff hebt ab

Der 29. Januar 2026 war traumhaft! Wortwörtlich: Ich war Teil der Erstausgabe der Veranstaltungsreihe „Das Traumschiff“ — nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Traditionsserie im ZDF. Am 24. März darf ich die nächste Ausgabe moderieren.

Foto von einer Bühne. Ein Mensch sitzt auf einem Stuhl an einem Tisch und liest vor. Der Mensch ist Rick Palm. Rick trägt einen braunen Pullover und eine helle Jeans. Im Hintergrund ist eine Leinwand mit einer Grafik. Die Grafik ist eine Zeichnung, auf der ein Mensch nackt auf einer fliegenden Matratze liegt und noch weiterschlafen möchte. Er hält sich das Kissen über den Kopf, aber ein Vogel versucht ihn zu wecken.
Das Uringlas und ich beim Vorlesen. © Katja

Ist das schon ein Comeback? Auf freundlichste Einladung von Gastgeber und Moderator Maik Gerecke stand (saß) ich nach Jahren der Abstinenz endlich mal wieder auf einer Bühne.

In der Lettrétage erhielten Zuschauer*innen bei der Premierenlesung den wohl tiefgehendsten Einblick in das Innenleben von den lieben Kolleg*innen Isobel Markus, Hanno Harzbecker und mir, wie nur möglich: Unsere Traumtagebücher gaben den Lesestoff des Abends.

Aus kuriosen Träumen vorzulesen war definitiv ein grandioser Start ins Bühnenjahr. Noch dazu schlossen wir mit einer wirklich aufregenden Diskussion über Traumdeutung(en) ab, die so lang ging, dass vereinzelte Gäste sich entschieden, das Ende nicht mehr abzuwarten. Fairerweise: Wir haben deutlich überzogen. Aber vielleicht wurden sie auch inspiriert, diese Nacht besonders früh zu Bett zu gehen, um es uns träumerisch gleichzutun.

An Langweile kann es nicht gelegen haben, denn spannend war es bis zum Schluss. Von Isobel Markus nehme ich mit, dass es in ihrer Traumwelt ein allwissendes Schweinchen gibt, das die Zukunft vorhersagt. Von Hanno Harzbecker bleibt mir das Wort „Versuchskrümel“ wohl für immer im He(a)rzen.

Nach diesem gelungenen Auftakt freue ich mich umso mehr, bei der nächsten Veranstaltung am 24. März 2026 die Moderation übernehmen zu dürfen. Alle Informationen dazu gibt’s auf der Website der Lettrétage, in deren Räumen auch die kommenden Events der Reihe stattfinden werden.